Trageanleitung basteln

Eine gute Trageanleitung ist ein ziemlicher Brocken Arbeit. Gute, detailreiche Fotos. Klare Erklärungen und die in den Normen vorgeschriebenen Hinweise. Schließlich müssen auch noch Übersetzungen gemacht oder organisiert werden und dann muss der Grafiker ran.

Diesmal hat mir eine liebe Freundin und ihr supersüßer kleiner Sohn und mein 19-monatiges Söhnchen geholfen. Danke Euch Dreien!

Wie aber geht es den Kindern, die beim Trageanleitung-Fotografieren mitmachen? Also im besten Fall – ganz ehrlich – da schlafen sie ein.

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Im schlimmsten Fall wollen sie gerade nicht, dann muss man das Projekt Trageanleitung fotografieren schlicht verschieben.

Mein gar nicht mehr so kleines Kleinchen hat sich die Zeit lustig vertrieben. Mit Nase bohren und der Suche nach Mamas Busen. Wir hatten jedenfalls Spaß 😉

 

 

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Gestillt, getragen, schläft im Familienbett

… die Formel für ein glückliches  Kind. Zumindest aus meiner Sicht.

Die erste Familien-Zeichnung meines Großen vermittelt unsere Familienkultur: Stillen, Tragen, Familienbett. Und ja, ich bin von Männern umzingelt :D

Die erste Familien-Zeichnung meines Großen vermittelt unsere Familienkultur: Stillen, Tragen, Familienbett. Und ja, ich bin von Männern umzingelt 😀

 

Geplant war es freilich anders. Bevor mein Großer kam, haben wir mit viel Freude alles für ihn vorbereitet, der erste Einkauf war ein Kinderwagen, ein teurer Kinderwagen (um ehrlich zu sein war ich vollkommen platt, was so ein Vehikel kostet). Dann haben wir das alte Gitterbett meines Mannes ausgemottet und zu renovieren begonnen. Eine neue Matratze mit Luftlöchern, falls das Baby doch einmal versehentlich am Bauch schlafen sollte. Natürlich hatte ich schon alles über das richtige Schlafen gelesen:

Keine Kuscheltiere, keine Kissen, keine Stoffwindeln oder ähnliches in Köpfchennähe, keine Decke, stattdessen Schlafsack, Nestchen nur, wenn sie gut befestigt sind, besser kein Nestchen, neue Matratze, wenn möglich mit besagten Lufttunnels.

Ich lese wahnsinnig gern. Auch Babyratgeber und Erziehungsliteratur. Da ich die letzten 12 Schwangerschaftswochen bei meinem Großen liegen und lümmeln sollte, hatte ich viel Zeit zum Lesen, also habe ich auch gleich die gängige Schlafliteratur, die mir von befreundeten Eltern wärmstens ans Herz gelegt worden war, gelesen. Der geneigte Leser wird erraten, um welches Buch es sich dabei unter anderen gehandelt hat (Jedes Kind usw usf, mittlerweile mit entsprechenden Meinungen und Hinweisen versehen in Richtung Flohmarkt verabschiedet – ich bring es einfach nicht übers Herz, ein Buch zu kübeln).

Also hatte ich schon gelernt: Baby am besten von Anfang an in seinem Bettchen schlafen lassen, nicht in den Schlaf stillen, es am besten allein einschlafen lassen, weil es dann schneller durchschläft, und wenn es – Gott behüte – mit 6 Monaten noch immer nicht durchschläft… Behandlungsplan! So oder so ähnlich stand es da, manches hab ich auch verdrängt.

Dann kam mein Großer. Nachdem er sich die erste Woche seines Lebens nach dem Schock der eingeleiteten Geburt ausgeschlafen hatte, kam mein böses Erwachen: Er wacht stündlich auf, wenn er es denn überhaupt mal schafft einzuschlafen.

Es ist aber auch verdammt ungemütlich als 51 cm-Menschlein allein in einem, wenngleich auch angedockten, so doch aber eigenen noch dazu höchst leeren 1,40 m großen Bett zu schlafen. Wenn man diese Maße umlegt, so müssten wir uns Decken-, Polster- und menschenleer in einem 4,8 m Bett wohl fühlen. Das leuchtete mir ein, also legte ich meinem Baby, wie die im Krankenhaus es ja auch getan hatten, eine Stoffwindel oben an den Kopf.

Nun, das machte die Sache nur wenig besser, bald schon kam eine Decke dazu, dann haben wir das Bett mit Kissen verkleinert und schließlich haben wir den letzten Rest aller SIDS-Regeln und erhobenen Zeigefinger über Bord geworfen und den Knirps zu uns ins Bett gepackt. In Papas Armkuhle hat es sich schließlich hervorragend geschlafen.

Heute weiß ich, dass nichts bequemer ist als einschlafstillen und im Schlaf stillen, ein Baby im Bett zu haben und die kleine Schnauferei zu genießen.

Auch den Kinderwagen hat uns unser Großer blitzartig abgeräumt. Jede Berührung mit dem Gefährt hat in vehementem Weinen geendet, ohne Aussicht auf Beruhigung. Nach kurzer Verzweiflung, wieso den meins das Wagerl so gar nicht mag, wo doch alle anderen anscheinend gemütlich drin schlummern bin ich back to the roots gegangen und hab mir mein Baby vor den Bauch gepackt.

Aus dem Bauch, vor den Bauch (ok, später dann auf den Rücken), so habe ich es seither mit meinen Kindern gehandhabt.

Das Familienbett gibt es natürlich auch heute noch. Midi (3 1/2) kommt meist erst morgens, Mini (1 1/2) schläft sowieso bei uns und Maxi (5 1/2) kommt allnächtlich spätestens um 2:00 zu uns. Und wir findens gemütlich, wer weiß, vielleicht bekommen wir „die“ nie wieder aus unserem Bett. 😉 Na und?